Concept Summary
Schmerzh - Erinnerungen verduften nicht
Die Stadt Zürich entwickelt eine neue Strategie für eine inklusive Erinnerungskultur im öffentlichen Raum. Welche Geschichten fehlen? Welche Perspektiven bleiben unsichtbar? Gemeinsam mit der Künstlerin Olivia Wiederkehr wurde ein künstlerisches Experiment realisiert, das diese Fragen ins Zentrum rückt. Die Stadt selbst wird zur Erzählerin, die von Wunden berichtet, die nie ganz verheilt sind.
Um eine Sprache für kollektiven Schmerz zu finden, wurde das Medium Duft gewählt, unmittelbar, emotional, unausweichlich. Der Geruchssinn umgeht rationale Filter und schafft Zugang zu verdrängten Erinnerungen. Gullydeckel wurden zu Duftquellen, durch die die Stadt mit ihren Bewohner:innen in Kontakt tritt, als würde Erinnerung durch ihre Poren dringen.
An sechs öffentlichen Orten in Zürich installierten wir Duftdenkmäler, markiert durch rosafarbene Kreise. Plakate lieferten Kontext und führten auf die Projekt-Website schmerzh.ch, die als Plattform für lokale Initiativen und vertiefende Inhalte dient. Parallel sprach die Stadt über einen poetischen Instagram-Kanal.
Die Intervention löste starke Reaktionen aus – von Irritation bis Rührung – und wurde von Medien als «duftendes Denkmal» und «poetische Mahnung» beschrieben. In Flacons abgefüllt, bleibt der Duft von SCHMERZH über die Installation hinaus erhalten, als Sinnbild für das, was bleibt.